Meine lieben Damen und Herren,
bevor mal wieder ein ausführlich Bericht folgt könnt hier schon mal ein paar Fotos von meinem wunderbaren Ausflug nach San Gil sehen...
Neben einer Höhlentour, Paragliding und Abseilen an Wasserfällen haben wir auch ein ruhige Runde durch den Naturpark Gallineral und das bezaubernde Dörfchen Barrichara gemacht... viel Spaß beim schauen. :)
Mehr Details und action-reiche Bilder folgen bald...
https://www.dropbox.com/sh/1i996u2ts4bqzyg/BJzAAIXprO
Mit allerliebsten Grüßen,
Wanda
Sonntag, 18. November 2012
Samstag, 20. Oktober 2012
¡Vamos a bailar!
Tanzen wie Shakira... schon die ganz Kleinen wissen hier wie es geht- da kann jeder Europäer einstecken! Und selbst die Jungs tanzen; wie ihr in dem Video sehen könnt :)
Ein kleiner Einblick in einen meiner kolumbianischen Familienabende... Darf ich vorstellen: Meine Gastcousinen/-cousin Paula, Nana, Isabella, Sofia und Thomas!
Und so sieht meine Familie beim deutsch lernen am Abendbrotstisch aus ;)
Nein, deutsch ist das nicht wirklich. Klingt eher wie ein Haufen kleiner, wütender Chinesen :D Derjenige, der da immer von der Seite reinredet ist übrigens mein Gastvater...
Ich hoffe ihr genießt die kleinen Momente,
con muchos saludos- Wanda
Donnerstag, 11. Oktober 2012
Ein Wochenende in der Sonne
Einen schönen guten Morgen an alle,
Als wir gegen halb 12 nachts
schließlich in der - im Vergleich zu Bogotá - kleinen Stadt am
Rande des Departements (=Bundesland) Cundinamarca ankamen, wurden
wir sehr herzlich mit Namensschildern und freudigen Willkommensrufen
von unseren beiden Mitfreiwilligen und deren Familie begrüßt. Schon
am Temperament der Leute kann man ihnen die Wärme an merken – auch
in Bogotá sind die Menschen offen und freundlich, aber ihnen fehlt
manchmal ein bisschen das Feuer der Leute, die in warmen Gegenden
leben.
Nach einem wirklich leckeren Frühstück
bestehend aus Pancakes und Arepa con queso, zubereitet von den
Empleadas (=Hausangestellte) der Familie, verbrachten wir fast den
ganzen Samstag im Pool. Wie viele Runden Mojiitos es gab, weiß ich
schon nicht mehr. Bei strahlender Sonne, lustigen Gesprächen mit den
Gasteltern und der ''Gastoma'' Olga und so einigen Tanzstunden unter
Wasser (ist nicht so peinlich, weil keiner richtig sehen kann, was du
da unter Wasser genau mit deinen Beinen machst) verging die Zeit wie
im Flug.
''El Peñon'' wie sich das Conjunto
nennt, in dem wir waren, ist eins der bekanntesten Girardots. Im
Gegensatz zu ähnlichen Anlagen sind die Häuser in Größe und Form
sehr unterschiedlich- nur eins haben sie gemeinsam: sie sind fast
alle weiß, haben Palmen im ''Vorgarten'' und sind meist unglaublich
übertrieben! Viele der Häuser sind nicht dauerhaft bewohnt, sondern
dienen den reicheren Familien aus Bogotá als Feriendomizil. Deshalb
wirkt diese kleine Insel manchmal wie ausgestorben.
Außer einem
Exitó (diese französische Supermarktkette gehört hier neben dem
Carrefour- ebenfalls französisch- zu den größten und beliebtesten
Einkaufszentren) gibt es natürlich ein Clubhaus mit See, Pool und
eigenem Spa, ein Golfplatz, sowie Tennis- und Fußballplätze. Und
auf den Straßen sieht man vor allem Golf Cars- man hat das Gefühl,
man ist in einem dieser amerikanischen Filme gelandet, in dem die
Männer mit ihren Golfcars zum Golf fahren, während ihr Frauen sich
am Pool die Nägel lackieren...
Und dann heißt es auch schon ab ins Boot, unsere beiden Freundinnen aus Girardot und ihr Gastbruder auf den Perro Caliente und ab geht’s. Zur Erklärung: Perro Caliente ist der spanische Begriff für Hot Dog - und dabei handelt es sich in diesem Fall um nichts zu Essen sondern ein aufblasbares Etwas in der Form eines Hot Dogs, sonst bekannt als Bananenboot. In unserem Fall haben drei Personen darauf Platz. Nachdem alle auf ihren ''Plätzen'' sind (Pili und unsere Gastoma Olga bleiben am Steg und betrachten das Spektakel von Weitem), geht es los. Mit einem Seil wird das Gummiboot an dem Motorboot befestigt, unser ''Gastvater'' gibt Gas und dann heißt es Festhalten für die drei Reiter des Hot Dogs...
Nachdem auch Doro und ich uns zweimal von dem Gummiboot haben abschmeißen lassen, wartet die nächste Herausforderung auf uns: Wasserski bzw. Wakeboarding. Nachdem unsere Freundinnen sich ziemlich gut auf den Wasserski machen, entscheiden Doro und ich uns für das Wakeboard. Was so leicht aussieht, stellt sich als ziemlich schwer heraus :). Während das Stehen und Fahren garnicht mal so schwer ist, ist das ''Anfahren'' dafür um so komplizierter.
Nach 7 Versuchen, die mir schon fast alle Kraft rauben und mich jedesmal kopfüber ins Wasser plumpsen lassen, schaffe ich es in eine aufrechtere Position und tadaaa - wär hätte es gedacht, ich bleibe stehen und boarde über das Wasser. Das heißt, viel tun außer die Position bewahren muss man nicht- aber mit den Palmen im Hintergrund sieht es doch gleich viel aufregender aus!
Zur Krönung des Tages nimmt uns dann noch ein Freund der Familie auf seinem Jetski eine Runde um den See mit... Miami lässt grüßen :D
meine Uhr zeigt 10.21 Uhr und da ich-
wie vielleicht einige von euch schon mit bekommmen haben- vormittags
selten arbeite, nehme ich mir jetzt die Zeit, ein bisschen was
nachzuholen was ihr verpasst habt :).
Wer den letzten Post nicht gesehen
hat- hier noch mal den Link zu dem kompletten Fotoalbum:
Ein Wochenende in der Sonne- das hatte
ich vor jetzt schon fast 2 Wochen. Freitagabend, den 31. September,
traf ich mich mit einer anderen deutschen Freiwilligen am Terminal de
Transporte de Bogotá- eine Art Reisezentrum für diverse Busse in
alle Himmelsrichtungen des Landes.
Dort nahmen wir den nächsten Bus nach
Girardot- unserem Reiseziel. Wenn man dem Internet glauben mag,
ungefähr 124km, je nach Rute.
Schon allein das pünktliche Abfahren
ist in Kolumbien ja eine Unmöglichkeit und so begannen wir
schließlich gegen 8:00 Uhr abends unsere Reise in einem kleinen,
ungefähr 15-mann Bus. Auf der Karte kann man das leider nicht sehen,
aber von Bogotá aus begannen wir einen beträchtlichen Abstieg durch
die Berge. Während die Hauptstadt auf ungefähr 2600m Höhe liegt,
befindet sich Girardot auf ca. 289m Höhe- was auch die
Durchschnittstemperatur von mindestens 30° erklärt! Da wir bei
Nacht gefahren sind (ab 6:00 Uhr wird es hier dunkel), konnten wir
leider wenig von unserer Umgebung sehen- auf dem Rückweg war es zwar
hell, dafür sind uns da die Augen vor Müdigkeit zugefallen. Dafür
stieg unsere Euphorie mit dem immer wärmer werdenden Wind, der durch
das Fenster herein wehte. Man muss sich vorstellen, wie es ist, wenn
man in Bogotá mit einer Durchschnittstemperatur von 15° lebt und
dann plötzlich warmen Wind auf dem Gesicht spürt- wenn man um sich
rum nur noch Wärme wahrnimmt. Auch in Bogotá kann es gerade zu heiß
werden, wenn die Sonne scheint. Aber in Girardot kommt die Wärme aus
der Erde, sie hüllt dich zu jeder Tages- und Nachtzeit ein wie ein
Tuch. Mal schwül, mal trocken, mal tropisch wenn es regnet... Wer
mich kennt, weiß, dass ich eher ein Verfechter der warmen
Temperaturen bin :D.
Als wir gegen halb 12 nachts
schließlich in der - im Vergleich zu Bogotá - kleinen Stadt am
Rande des Departements (=Bundesland) Cundinamarca ankamen, wurden
wir sehr herzlich mit Namensschildern und freudigen Willkommensrufen
von unseren beiden Mitfreiwilligen und deren Familie begrüßt. Schon
am Temperament der Leute kann man ihnen die Wärme an merken – auch
in Bogotá sind die Menschen offen und freundlich, aber ihnen fehlt
manchmal ein bisschen das Feuer der Leute, die in warmen Gegenden
leben.
Unseren Besuch bei Flora und Sophie
(ebenfalls deutsche Freiwillige von AFS) begannen wir mit einem
ausgiebigen Nachtbad im Pool... dazu wurden uns von Sophies
Gastmutter Pili die ersten Baileys gereicht! Der Anfang eines
wundervollen, entspannten Wochenendes in der Sonne...
Nach einem wirklich leckeren Frühstück
bestehend aus Pancakes und Arepa con queso, zubereitet von den
Empleadas (=Hausangestellte) der Familie, verbrachten wir fast den
ganzen Samstag im Pool. Wie viele Runden Mojiitos es gab, weiß ich
schon nicht mehr. Bei strahlender Sonne, lustigen Gesprächen mit den
Gasteltern und der ''Gastoma'' Olga und so einigen Tanzstunden unter
Wasser (ist nicht so peinlich, weil keiner richtig sehen kann, was du
da unter Wasser genau mit deinen Beinen machst) verging die Zeit wie
im Flug.
Nachdem es zu meiner hellen Freude
mittags eine Fischsuppe mit Shrimps gab (yeah, mein Leibgericht),
fielen wir um 3 Uhr nachmittags völlig ermattet in unsere Betten und
hielten eine Stunde Siesta. Diese Mittagszeit, die man vor allem aus
Spanien kennt, und in der oft auch Geschäfte geschlossen haben, gibt
es hier anscheinend nur in den sehr warmen Gegenden.
Nach der kleinen Erholungspause vom
Nichtstun, zeigten uns Flora und Sophie die Umgebung- genauer gesagt,
das Conjunto in dem sie mit ihrer Familie leben. Conjuntos gibt es
hier in den kolumbianischen Städten öfter - das sind geschlossene
Wohngegenden, die oft ähnlich wie deutsche Gartenanlagen nach Plan
angelegt wurden. Sie sind kleine, abgeschlossene Inseln, haben oft
eigene Einkaufszentren und Vergnügungsplätze. Oft siedeln sich hier
die reicheren Leute an, da die Conjuntos durch ihre Abriegelung fast
vollkommen sicher sind.
Auf der einen Seite fühlt man sich
wirklich sicher - man kann hier auch noch nachts durch die Straßen
streunen. Ein Pool hinterm Haus und immer eisgekühlte Säfte im
Kühlschrank zu haben fühlt sich für eine Weile sehr gut an –
aber man fängt auch an, nachzudenken. Ich stell mit vor, dass die
Kinder die in diesem Conjunto aufwachsen, denken, dass die ganze Welt
so aussieht. So weiß und sauber und sicher. Und, dass das was wir
erlebt haben, ein sehr gutes Beispiel für die Kolumbianische
''Blase'' ist, von der uns auf unseren Vorbereitungsseminaren erzählt
wurde: Es gibt sie überall im Land, in großen und kleinen Städten.
Sie bezeichnet die Gegenden, in denen die reichen Leute Kolumbiens
wohnen, arbeiten - einfach leben, während nebenan vielleicht gleich
eines der Armenviertel liegt. Sie wissen theoretisch, dass es nicht
im ganzen Land so aussieht wie in ihrem Viertel, aber sie nehmen nur
ihre Realität wahr. Von Indigenas (=Ureinwohner) und Menschen, die
auf der Straße leben, haben sie gehört- vielleicht gehören sie
auch zu den politischen Menschen, die darüber reden - aber wirklich
kennen tun sie die andere Seite nicht.
Ich möchte nicht behaupten, dass ich
das tue. Aber ich glaube, dass wir durch unsere Vorbereitung und
unsere schulische Geschichtsbildung teilweise ein reflektierteres
Bild von der kolumbianischen Gesellschaft haben, als die Leute, die
nur auf der ''reichen Seite'' aufgewachsen sind.
Zurück nach Girardot, wo unsere
Wochenends-Gastfamilie sicherlich sehr reich, aber auch unglaublich
herzlich, großzügig und humorvoll ist! Nachdem ich Samstagabend in
der Innenstadt den bisher leckersten Hot-Dog gegessen hab (und glaub
mir, ich habe hier schon viele gegessen), sind wir Abends alle
todmüde und gehen nach einer erfrischenden Runde im Pool auch schon
ins Bett- tanzen gehen fällt leider aus, weil am Sonntag Wahlen
sind, und es hier eine Regel gibt, die das Ausschenken von
alkoholischen Getränken vor Wahlen verbietet.
Der Sonntagmorgen beginnt für unser
Gefühl viel zu früh- nach dem ich mich nachts in dem klimatisierten
Schlafzimmer fast erkältet hab, wird schon um 10 Uhr an die Tür
geklopft- es geht los... Es geht schon los? Die Uhrzeit war
tatsächlich ausgemacht, aber wie wir die Kolumbianer kennen, haben
wir das Frühstück auf um 10 und das Losgehen auf um 11 angesetzt.
Fehlanzeige, unsere liebenswürdige Gastfamilie hat viel mit uns vor.
Mit dem Golfcar geht es zum See – unser Gastvater folgt uns mit dem
Landrover, ein Motorboot im Schlepptau.
Und dann heißt es auch schon ab ins Boot, unsere beiden Freundinnen aus Girardot und ihr Gastbruder auf den Perro Caliente und ab geht’s. Zur Erklärung: Perro Caliente ist der spanische Begriff für Hot Dog - und dabei handelt es sich in diesem Fall um nichts zu Essen sondern ein aufblasbares Etwas in der Form eines Hot Dogs, sonst bekannt als Bananenboot. In unserem Fall haben drei Personen darauf Platz. Nachdem alle auf ihren ''Plätzen'' sind (Pili und unsere Gastoma Olga bleiben am Steg und betrachten das Spektakel von Weitem), geht es los. Mit einem Seil wird das Gummiboot an dem Motorboot befestigt, unser ''Gastvater'' gibt Gas und dann heißt es Festhalten für die drei Reiter des Hot Dogs...
Nachdem auch Doro und ich uns zweimal von dem Gummiboot haben abschmeißen lassen, wartet die nächste Herausforderung auf uns: Wasserski bzw. Wakeboarding. Nachdem unsere Freundinnen sich ziemlich gut auf den Wasserski machen, entscheiden Doro und ich uns für das Wakeboard. Was so leicht aussieht, stellt sich als ziemlich schwer heraus :). Während das Stehen und Fahren garnicht mal so schwer ist, ist das ''Anfahren'' dafür um so komplizierter.
Nach 7 Versuchen, die mir schon fast alle Kraft rauben und mich jedesmal kopfüber ins Wasser plumpsen lassen, schaffe ich es in eine aufrechtere Position und tadaaa - wär hätte es gedacht, ich bleibe stehen und boarde über das Wasser. Das heißt, viel tun außer die Position bewahren muss man nicht- aber mit den Palmen im Hintergrund sieht es doch gleich viel aufregender aus!
Zur Krönung des Tages nimmt uns dann noch ein Freund der Familie auf seinem Jetski eine Runde um den See mit... Miami lässt grüßen :D
Viel zu schnell sind unsere Tage in
Girardot vergangen und Montag früh packen wir wieder unsere Taschen
und steigen in einen - diesmal richtig großen – Reisebus nach
Hause. Zum Abschied regnet es und wir müssen feststellen - selbst
der Regen in Girardot ist schöner als in Bogotá!
Unterwegs schrammt unser ungestümer
Busfahrer einen anderen Bus und macht seinen eigenen Seitenspiegel
dabei platt - eine halbe Stunde bleiben wir stehen und warten.
Worauf; das wusste keiner so recht. Am Ende sind wir statt geplanter
3 Stunden fast 4 eineinhalb Stunden unterwegs - aber was macht das
schon, wenn man sich dafür mitten im pulsierenden Kolumbien
befindet?!
Einen kleinen Sonnengruß aus Bogotá,
ich hoffe es geht euch gut.
Wanda
Mittwoch, 10. Oktober 2012
''Ihr habt die Uhren, wir haben die Zeit...''
Erst einen Monat nichts, und jetzt sogar 2 Posts an einem Tag (kolumbianischer Zeit)... :)
Ich hab euch ja unten links ein paar andere Bloglinks aufgelistet- von Freundinnen, die ihr Jahr in Spanien, Griechenland, Peru und auch Kolumbien verbringen. Ich habe gerade den neusten Eintrag von Doro über das kolumbianische ''Zeitphänomen'' gelesen und war so begeistert, dass ich den Text gern mit euch teilen möchte:
http://dschungelkind.wordpress.com/2012/10/10/ihr-habt-die-uhren-wir-haben-die-zeit/#comment-17
Ich könnte es selbst nicht halb so gut darstellen- ich finde, sie hat es einfach auf den Punkt gebracht. Und weil ihre Beschreibungen genauso auf mein Leben hier zutreffen, möchte ich euch den Eintrag sehr empfehlen, wenn ihr ein bisschen mehr Einblick in die Kultur bekommen wollt, in der ich hier gerade lebe.
Mit lieben Grüßen,
W
Ich hab euch ja unten links ein paar andere Bloglinks aufgelistet- von Freundinnen, die ihr Jahr in Spanien, Griechenland, Peru und auch Kolumbien verbringen. Ich habe gerade den neusten Eintrag von Doro über das kolumbianische ''Zeitphänomen'' gelesen und war so begeistert, dass ich den Text gern mit euch teilen möchte:
http://dschungelkind.wordpress.com/2012/10/10/ihr-habt-die-uhren-wir-haben-die-zeit/#comment-17
Ich könnte es selbst nicht halb so gut darstellen- ich finde, sie hat es einfach auf den Punkt gebracht. Und weil ihre Beschreibungen genauso auf mein Leben hier zutreffen, möchte ich euch den Eintrag sehr empfehlen, wenn ihr ein bisschen mehr Einblick in die Kultur bekommen wollt, in der ich hier gerade lebe.
Mit lieben Grüßen,
W
Sonne...
Ihr Lieben,
ich weiß- ich hab euch sehr vernachlässigt. Damit ihr in der Zwischenzeit schon mal ein paar Fotos sehen könnt, hab ich ein Ordner in meiner Dropbox mit Fotos angelegt- Dropbox??? Manche von euch kennen dieses Program vielleicht schon, andere nicht. Aber das ist völlig unwichtig, denn es funktioniert ganz einfach:
Ich werde euch unter diesem Text einen Link posten, denn ihr einfach anklicken könnt- und tadaaaaa... da sind die Fotos von meinem Wochenende in Girardot. Was ich da genau gemacht hab, wie ich hingekommen bin und einiges mehr werde ich euch in ein paar Tagen schreiben. Bis dahin viel Spaß beim Angucken der Bilder!
https://www.dropbox.com/sh/1i996u2ts4bqzyg/MFQVBImWWB/Ein%20Sonnen-Wochenende
Un gran abrazo para todos,
eure Wanda.
ich weiß- ich hab euch sehr vernachlässigt. Damit ihr in der Zwischenzeit schon mal ein paar Fotos sehen könnt, hab ich ein Ordner in meiner Dropbox mit Fotos angelegt- Dropbox??? Manche von euch kennen dieses Program vielleicht schon, andere nicht. Aber das ist völlig unwichtig, denn es funktioniert ganz einfach:
Ich werde euch unter diesem Text einen Link posten, denn ihr einfach anklicken könnt- und tadaaaaa... da sind die Fotos von meinem Wochenende in Girardot. Was ich da genau gemacht hab, wie ich hingekommen bin und einiges mehr werde ich euch in ein paar Tagen schreiben. Bis dahin viel Spaß beim Angucken der Bilder!
https://www.dropbox.com/sh/1i996u2ts4bqzyg/MFQVBImWWB/Ein%20Sonnen-Wochenende
Un gran abrazo para todos,
eure Wanda.
Donnerstag, 13. September 2012
Mein Projekt
Hallo ihr Lieben,
ich hab es endlich geschafft und einen kleinen Text über mein Projekt und meine Arbeit dortgeschriebn. Den findet ihr, selbsterklärend, unter der Rubrik ''Mein Projekt'' ober in der Leiste.
Lest und erhaltet einen kleinen Einblick in meinen derzeitigen Alltag!
Liebe Grüße von Wanda
ich hab es endlich geschafft und einen kleinen Text über mein Projekt und meine Arbeit dortgeschriebn. Den findet ihr, selbsterklärend, unter der Rubrik ''Mein Projekt'' ober in der Leiste.
Lest und erhaltet einen kleinen Einblick in meinen derzeitigen Alltag!
Liebe Grüße von Wanda
Montag, 3. September 2012
Colombia es Pasión
... das ist nicht nur ein Werbeslogan, sondern auch allgemein eine Art Lebenseinstellung. Wenn etwas nicht gleich funktioniert, alles zeitlich ein bisschen nach hinten rückt oder keiner überhaupt weiß, wann, wo oder wie... dann heißt es << ¡Ah, colombia es pasión! >>. Was ungefähr bedeutet ''sei ein bisschen entspannt, nimm es so, wie es kommt''.
Eine beispielhafte Situation habe ich letzten Freitag erlebt: Wir Freiwillige aus Bogotá und Umgebung haben uns mit einem AFS-Mitarbeiter getroffen, um unser Visum beim DAS, der Ausländerbehörde, bestätigen zu lassen und unseren kolumbianischen Ausweis zu beantragen. Unter anderem sollten wir 3 Passbilder mitbringen- mit blauem Hintergrund. Nach anfänglicher Unruhe- ''Aber ich hab nur Fotos mit weißem Hintergrund!''- wurde uns versichert, wir könnten entsprechende Passbilder vor Ort machen. Auf dem Weg zur Behörde fing es an zu regnen- nicht gerade eine Überraschung hier in Bogotá auf 2600 Metern Höhe, aber mit Aussicht auf Fotos gerade für die Mädchen sehr unpassend ;). Aber Zeit zum ''Zurechtmachen'' blieb uns sowieso nicht - bevor wir uns versahen, standen wir an einer Bushaltestelle neben einem Mann mit einem blauen Tuch und einer Digitalkamera. Innerhalb von 5 Minuten waren wir alle - äußerst unvorteilhaft, aber immerhin - vor blauem Hintergrund verewigt. Weitere 5 Minuten später hielten wir alle 4 Bildchen in der Hand - für umgerechnet ungefähr 2,70€. Das ist Kolumbien - mit all seiner Spontanität und Kreativität!
Ein weiteres kolumbianisches ''Abenteuer'' war für mich die erste Busfahrt. Bogotá ist eine riesige Großstadt mit offiziell 8 Millionen Einwohner. Wer hier kein eigenes Auto oder Motorrad besitzt, nimmt ein Taxi oder eben den Bus. Es gibt grundsätzlichen 2 Arten: den Transmilenio, bekannt für seine Sicherheit, aber auch für seine Überfülltheit, und die kleineren Busse, die Colectivos.
Die Colectivos haben eine Nummer (die aber niemanden etwas sagt, außer man nimmt jedes mal den gleichen Bus) und ein Schild mit Zielort und ein paar Straßen und wichtigen Orten, an denen der Bus vorbeifährt. Einen Plan der Routen gibt es nämlich nicht; sie fahren, soweit ich das bis jetzt verstanden habe, eine bestimmte bis abweichende Strecke kreuz und quer durch die Stadt.
Bushaltestellen für die Colectivos gibt es nicht, sie werden wie Taxis benutzt: Man stellt sich an den Straßenrand, wartet auf den richtigen Bus und hält die Hand raus. Der Bus hält mit offenen Türen, man springt rein und los geht's. Ein Rätsel sind mir dabei die Busfahrer- sie müssen gleichzeitig fahren, das Fahrtgeld der zusteigenden Leute entgegennehmen, das Rückgeld zählen und - nicht zu vergessen- nach wartenden Menschen am Straßenrand Ausschau halten. Und das bei einem Verkehr, den man nur als chaotisch bezeichnen kann.
Der Transmilenio dagegen ist ein bisschen übersichtlicher und hat auch ein System was selbst Nicht-Bogotano relativ stell durchsteigt:
Es gibt verschiedene Linien die immer aus einem Buchstaben (zeigen die Endstation der Linie an) und einer Nummer bestehen. Um so höher die Nummer, um so weniger Stationen fährt der Bus auf seiner Route an und ist damit um so schneller. Die ''Rutas faciles'' (Nummern von 1-5) fahren jede Station auf ihrer Route an.
Die Haltestellen sind komplett geschlossene Stationen mit Drehkreuzen, die nur mit einer Karte und entsprechendem ''Guthaben'' passiert werden können. An den Seiten der Stationen befinden sich Türen, die automatisch aufgehen wenn ein Bus davor hält, sodass man direkt von der Station in den Bus steigt (nicht ebenerdig).
Nicht nur das durchschaubar System macht dabei den Transmilenio zum besseren Verkehrsmittel, außerdem haben die Busse eigene abgesperrte Spuren auf den Straßen, sodass sie weitgehend vom normalen Verkehr nicht beeinflusst werden- zu Verkehrsstoßzeiten ein extremer Vorteil.
Ich hab schon einmal etwas zum Verkehr gesagt- ich muss mich verbessern: Es funktioniert meistens ganz gut, häufig aber auch nicht. Zu den Stoßzeiten verknotet sich der Verkehr auf den großen Kreuzungen bis zur Unmöglichkeit, die Hupen stehen nicht mehr still. Ein weitere großer Unterschied zum Autofahren in Deutschland sind die Anschnallregeln: Für den Fahrer und den Mitfahrer gibt es die Vorschrift, für den Rücksitz nicht. Hier werden auch Taxis mit nur 4 Sitzplätzen fröhlich mit 6 Personen vollgestopft - so lange es funktioniert, warum nicht?
Dazu muss ich sagen, das auf den ersten Blick die Regeln und Vorsichtsmaßnahmen hier in Bezug auf Sicherheit sehr paradox erscheinen. Auf der einen Seite dieser chaotische Verkehr, in dem kaum Regeln beachtet werden und jeder für seine eigene Sicherheit verantwortlich ist, auf der anderen Seite Polizei und Militär auf allen großen Plätzen und auch in den Vierteln, Sicherheitskontrollen an den Eingängen von großen Einkaufszentren (<<centros comerciales>>) und Parkhäusern. Das eine ist <<Pasión>>, das andere ist die Folge der kolumbianischen Geschichte. Gerade weil in der Vergangenheit die Bevölkerung viel unter Unsicherheit und den Machtkämpfen zwischen Staat und Opposition gelitten hat, wird Sicherheit heute groß geschrieben. Und immer noch ist Kolumbien ein Land, das um seine Einigkeit und seinen Frieden kämpft. Hier in den reichen Gegenden bekommt man das nicht so stark zu spüren, aber es gibt immer wieder zwischen den reichen Zonen auch arme, ''gefährliche'' Viertel.
Ich werde versuchen, euch so objektiv wie möglich einen kleinen Einblick in dieses Land zu geben, aber bitte denkt immer daran, dass ich euch nur von einem Blickpunkt aus berichten kann. Das hier ist bloß eine von vielen Seiten. Und als Ausländer und als <<Mono>>; als Weiße, habe ich noch mal eine ganz andere Position in dieser Gesellschaft.
So, damit will ich heute schließen. In ein paar Stunden werde ich meine erste Busfahrt ganz allein antreten und mich in meinem Projekt vorstellen...
Ich hoffe euch geht es gut,
liebe Grüße von Wanda
P.S.: Noch eine gute Nachricht: Mein Gastvater hat mir den Trick gezeigt, wie man in der Dusche auch warmes Wasser bekommt (<<Muchas gracias a Jorge!>>), jetzt muss ich fast aufpassen, mich nicht zu verbrühen ;).
Eine beispielhafte Situation habe ich letzten Freitag erlebt: Wir Freiwillige aus Bogotá und Umgebung haben uns mit einem AFS-Mitarbeiter getroffen, um unser Visum beim DAS, der Ausländerbehörde, bestätigen zu lassen und unseren kolumbianischen Ausweis zu beantragen. Unter anderem sollten wir 3 Passbilder mitbringen- mit blauem Hintergrund. Nach anfänglicher Unruhe- ''Aber ich hab nur Fotos mit weißem Hintergrund!''- wurde uns versichert, wir könnten entsprechende Passbilder vor Ort machen. Auf dem Weg zur Behörde fing es an zu regnen- nicht gerade eine Überraschung hier in Bogotá auf 2600 Metern Höhe, aber mit Aussicht auf Fotos gerade für die Mädchen sehr unpassend ;). Aber Zeit zum ''Zurechtmachen'' blieb uns sowieso nicht - bevor wir uns versahen, standen wir an einer Bushaltestelle neben einem Mann mit einem blauen Tuch und einer Digitalkamera. Innerhalb von 5 Minuten waren wir alle - äußerst unvorteilhaft, aber immerhin - vor blauem Hintergrund verewigt. Weitere 5 Minuten später hielten wir alle 4 Bildchen in der Hand - für umgerechnet ungefähr 2,70€. Das ist Kolumbien - mit all seiner Spontanität und Kreativität!
| eine Bushaltestelle, ein blaues Tuch und eine Digitalkamera... |
![]() |
| Warteschlange an einer Haltestelle des Transmilenios |
Bushaltestellen für die Colectivos gibt es nicht, sie werden wie Taxis benutzt: Man stellt sich an den Straßenrand, wartet auf den richtigen Bus und hält die Hand raus. Der Bus hält mit offenen Türen, man springt rein und los geht's. Ein Rätsel sind mir dabei die Busfahrer- sie müssen gleichzeitig fahren, das Fahrtgeld der zusteigenden Leute entgegennehmen, das Rückgeld zählen und - nicht zu vergessen- nach wartenden Menschen am Straßenrand Ausschau halten. Und das bei einem Verkehr, den man nur als chaotisch bezeichnen kann.
![]() |
| ...außerdem unterscheiden sich die Colectivos in ihren Farben |
Es gibt verschiedene Linien die immer aus einem Buchstaben (zeigen die Endstation der Linie an) und einer Nummer bestehen. Um so höher die Nummer, um so weniger Stationen fährt der Bus auf seiner Route an und ist damit um so schneller. Die ''Rutas faciles'' (Nummern von 1-5) fahren jede Station auf ihrer Route an.
Die Haltestellen sind komplett geschlossene Stationen mit Drehkreuzen, die nur mit einer Karte und entsprechendem ''Guthaben'' passiert werden können. An den Seiten der Stationen befinden sich Türen, die automatisch aufgehen wenn ein Bus davor hält, sodass man direkt von der Station in den Bus steigt (nicht ebenerdig).
Nicht nur das durchschaubar System macht dabei den Transmilenio zum besseren Verkehrsmittel, außerdem haben die Busse eigene abgesperrte Spuren auf den Straßen, sodass sie weitgehend vom normalen Verkehr nicht beeinflusst werden- zu Verkehrsstoßzeiten ein extremer Vorteil.
Ich hab schon einmal etwas zum Verkehr gesagt- ich muss mich verbessern: Es funktioniert meistens ganz gut, häufig aber auch nicht. Zu den Stoßzeiten verknotet sich der Verkehr auf den großen Kreuzungen bis zur Unmöglichkeit, die Hupen stehen nicht mehr still. Ein weitere großer Unterschied zum Autofahren in Deutschland sind die Anschnallregeln: Für den Fahrer und den Mitfahrer gibt es die Vorschrift, für den Rücksitz nicht. Hier werden auch Taxis mit nur 4 Sitzplätzen fröhlich mit 6 Personen vollgestopft - so lange es funktioniert, warum nicht?
Dazu muss ich sagen, das auf den ersten Blick die Regeln und Vorsichtsmaßnahmen hier in Bezug auf Sicherheit sehr paradox erscheinen. Auf der einen Seite dieser chaotische Verkehr, in dem kaum Regeln beachtet werden und jeder für seine eigene Sicherheit verantwortlich ist, auf der anderen Seite Polizei und Militär auf allen großen Plätzen und auch in den Vierteln, Sicherheitskontrollen an den Eingängen von großen Einkaufszentren (<<centros comerciales>>) und Parkhäusern. Das eine ist <<Pasión>>, das andere ist die Folge der kolumbianischen Geschichte. Gerade weil in der Vergangenheit die Bevölkerung viel unter Unsicherheit und den Machtkämpfen zwischen Staat und Opposition gelitten hat, wird Sicherheit heute groß geschrieben. Und immer noch ist Kolumbien ein Land, das um seine Einigkeit und seinen Frieden kämpft. Hier in den reichen Gegenden bekommt man das nicht so stark zu spüren, aber es gibt immer wieder zwischen den reichen Zonen auch arme, ''gefährliche'' Viertel.
Ich werde versuchen, euch so objektiv wie möglich einen kleinen Einblick in dieses Land zu geben, aber bitte denkt immer daran, dass ich euch nur von einem Blickpunkt aus berichten kann. Das hier ist bloß eine von vielen Seiten. Und als Ausländer und als <<Mono>>; als Weiße, habe ich noch mal eine ganz andere Position in dieser Gesellschaft.
So, damit will ich heute schließen. In ein paar Stunden werde ich meine erste Busfahrt ganz allein antreten und mich in meinem Projekt vorstellen...
Ich hoffe euch geht es gut,
liebe Grüße von Wanda
P.S.: Noch eine gute Nachricht: Mein Gastvater hat mir den Trick gezeigt, wie man in der Dusche auch warmes Wasser bekommt (<<Muchas gracias a Jorge!>>), jetzt muss ich fast aufpassen, mich nicht zu verbrühen ;).
Abonnieren
Posts (Atom)



