... oder ''Frohe Weihnachten'' wünsch euch allen noch. Ich hoffe ihr hatten einen schönen Heiligabend in Mitten eurer Liebsten und genießt die letzten Weihnachtstage!
Mein 24. Dezember hätte auf der einen Seite nicht unterschiedlicher, chaotischer, ungeplanter und irgendwie auch unweihnachtlicher als das gewohnte ''deutsche Weihnachten'' sein können, auf der anderen Seite hätte ich nicht deutlicher erfahren können, wie groß an Weihnachten ganz kleine Freuden sein können und was es an einem solchen Tag bedeutet, Familie zu haben... oder eben nicht.
Und man beginnt, darüber nachzudenken, für wie viele Leute auf dieser Welt der 24. Dezember ein Tag wieder jeder andere ist, weil sie kein gemütliches Heim und keinen Weihnachtsbaum - egal ob aus Plastik oder echt - haben. Oder für wie viele Menschen dieser Tag noch trauriger ist als alle anderen, weil sie ein Heim und vielleicht auch einen Baum, aber keine Familie um sich haben.
Genau das habe ich gestern in den Gesichtern vieler Frauen gesehen und in den Tränen ihrer Kinder, die manchmal nicht wussten, ob sie lachen sollten, über die Geschenke, die wir ihnen in die Hände drückten, oder weinen darüber, dass sie Weihnachten diesmal ohne ihren Vater feiern würden. Denn all diese Mütter mit ihren Babys auf dem Arm, den Kleinkindern an der Hand oder schon fast erwachsenen Jugendlichen kamen gerade aus dem Establecimiento Carcela ''La Modelo'', einem reinen Männergefängnis in Bogotá, in dem die Insassen darauf warten, ein Gerichtsurteil zu bekommen.
Diese traurigen Gesichter haben auch mich teilweise traurig gemacht, aber gleichzeitig war es die reinste Freude dem Lachen der Kinder zu lauschen, die ihren Augen kaum trauen konnten als sie in ihre vollgepackten Geschenktüten schauten. Ich kann mir nicht mal ansatzweise vorstellen, wie ihr Leben zur Zeit aussieht, wie sie ohne einen arbeitenden Vater über die Runden kommen und wie schwer es sein muss, ihn nur für ein paar Stunden in diesem grauen Gebäude besuchen zu können. Aber ich habe ihre Freude und Überraschung gesehen, als sie am Ausgang plötzlich einer großen Menge lachender Menschen und einem bunten Haufen Geschenke gegenüber standen. Und diese kleinen Freuden mögen ausgereicht haben, um auch für diese ''halben'' Familien den gestrigen Tag zu einem besonderen Tag zu machen... und genau das hat den Tag auch für mich besonders gemacht und mich um so mehr gelehrt, am späteren Abend die riesige Familie von fast 40 Leuten um mich herum sehr zu schätzen und zu genießen!
In Gedanken bin ich auch bei euch, meiner Familie in Deutschland & meinen Freunden zu Hause, und bei denen, die wie ich die weite Welt gesucht haben und ihren Tag gestern eben so anders und neuartig erlebt haben.
Euch allen: Wunderschöne Weihnachten!
Es grüßt euch übers Meer
eure Wanda
Dienstag, 25. Dezember 2012
Montag, 17. Dezember 2012
Eine mitternächtliche Dankesmeldung
...widme ich meiner genialen Familie in Deutschland- DANKE, für euer Päckchen. Ich hab es vor ein paar Stunden von Janai erhalten und mich sehr über alle kleinen und vor allem sehr großen Geschenke gefreut :D.
Danke, liebe Inge & lieber Uwe, für eure lieben Briefe!
Danke, meine liebes Schwesterlein, für das süße Täschchen und das schöne Buch!
Danke, Mama und Jens, für diese großartige Erfüllung eines fast nie ausgesprochenen Wunsches! Ich würdige sie mit einem Foto von meiner kleinen Hermanita Sara:
Und mein letzter Dank geht an Janai, die mir all diese Wunderdinge nach Kolumbien gebracht hat!
Ich wünsch euch allen eine wunderschöne Nacht,
eure Wanda
Danke, liebe Inge & lieber Uwe, für eure lieben Briefe!
Danke, meine liebes Schwesterlein, für das süße Täschchen und das schöne Buch!
Danke, Mama und Jens, für diese großartige Erfüllung eines fast nie ausgesprochenen Wunsches! Ich würdige sie mit einem Foto von meiner kleinen Hermanita Sara:
Und mein letzter Dank geht an Janai, die mir all diese Wunderdinge nach Kolumbien gebracht hat!
Ich wünsch euch allen eine wunderschöne Nacht,
eure Wanda
Samstag, 1. Dezember 2012
In luftigen Höhen und schlammigen Tiefen
Meine Uhr zeigt
10:39, darunter steht neben Berlin 16:39, in Athen ist es mit 17:39
noch eine Stunde später, in Canberra hat der neue Tag sogar schon
angefangen - in Vancouver dagegen schlafen manche Leute um 7:39 noch.
Zurück in San Gil blieb uns noch Zeit für
einen Besuch im Parque Natural ''El Gallineral'', einem Park voller
unterschiedlicher Pflanzen und Bäume. Bekannt ist er aber vor allem
für die riesigen Bäume von deren Äste seltsame graue Flechten
hängen und sie wie Urgroßväter aussehen lässt.
Aber
egal wie spät es grad überall auf der Welt sein mag - die
Weihnachtszeit beginnt! Mama, Jens und Mathilda machen sich
grad auf den Weg zum Adventskranzbinden und erzählen vom
Weihnachtsmarkt. Und ich bekomme schreckliches
Vorweihnachts-Heimweh... Hier wird schon seit ein paar Wochen
Weihnachtsschmuck aller Art im Großeinkauf geshoppt und vorgestern
hat auch meine Familie den Weihnachtsbaum aufgestellt. Vor
lila-glitzernden Schleifen, Blumen und Schmetterlingen sieht man
allerdings kaum noch was von dem authentischen Plastikbaum, der aus
ansteckbaren Zweigen besteht. Im Vergleich zu dem was andere
Bogotanos an blinkendem Lichterschmuck an den Fassaden ihrer Häuser
auffahren ist das aber garnichts.
Selbst im heißen Girardot stehen neben
dem Pool zwei hell leuchtende Rentiere die in einem Anflug von
Monotonie den Kopf auf und ab, oder nach rechts und links bewegen.
Und auch wenn es hier keinen Schnee gibt - schnief, Weihnachten ohne
Schnee :( - sieht man aller Orts große, beleuchtete Schnekristalle;
was man nicht hat, macht man sich einfach selber!
Und trotz diesem beginnenden
Vorweihnachtsspektakel - es hat noch längst nicht seinen Höhepunkt
erreicht denk ich – freu ich mich unglaublich auf meine nächste
Woche außerhalb von Bogotá... am Montag fliegt mein Flugzeug
Richtung Süden nach Leticia und noch am selben Tag heißt es: ab
geht’s in den AMAZONAS!!!
Und ich dachte, ich kann euch nicht so
ungewiss zurücklassen und sollte nochmal kurz ein bisschen was von
meinen letzten Reisen erzählen, im Moment ist Bogotá nämlich eher
so mein Zwischenstop. Denn die Zeit rennt, jetzt bin ich schon 3
Monate hier und will noch so viele schöne Ecken Kolumbiens
entdecken.
Vor 3 Wochen bin ich mal eben übers
lange Wochenende weggefahren- dazu muss ich sagen, übers Wochenende
wegfahren heißt hier auch 8h mit dem Bus hin und zurück. Das hat
zwei Gründe: zum einen kostet hier so eine Reise nicht die halbe
Monatsmiete wie mit der DeutschenBahn in Deutschland sondern zum
Beispiel nach San Gil gerade mal 70.000$ hin und zurück (30€) und
zum anderen ist Kolumbien mit ungefähr 1.138.748 km² dreimal so
groß wie Deutschland, hat aber nur die Hälfte an Einwohnern, was
bedeutet, dass Entfernungen hier eine ganz andere Dimension haben.
| die Dächer von San Gil |
Also haben wir 6 Mädels aus Bogotá
und Umgebung uns am Freitag, den 9.11., morgens halb 4 in ein Taxi
gesetzt um halb 5 in einen kleinen Bus nach San Gil zu steigen. Dabei
hab ich den sehr dummen Fehler begangen die letzte Reihe wegen viel
Platz zu wählen - tja, schlafen konnte ich bei dem Gehopse
vergessen, außerdem habe ich das Augenschließen nach mehreren sehr
schmerzhaften Begegnungen meiner Nase mit dem Gardinenhaken neben
mir an der Wand aufgegeben. Aber nach einer erstaunlich kurzen Fahrt
von knapp 7h kamen wir Mittags in San Gil, einer kleinen Stadt 400km
nordöstlich von Bogotá an - naja, klein im Gegensatz zu dieser
gigantischen Hauptstadt. San Gil zeichnet sich einerseits durch eine
sehr angenehme warme Temperatur aus (Hauptkriterium bei all meinen
Reisen!!! irgendwie muss ich ja diese graue Regenzeit überstehen),
andererseits durch die vielen Extremsportarten die man in der
Umgebung machen kann, auch Hauptgrund unserer Reise. Zur Beruhigung
meiner Großeltern gleich vorne weg: Bungee Jumping kam für mich
nicht in Frage und Fallschirmspringen hatten sie leider nicht :).
Erlebt haben wir trotzdem genug. Den
Freitagnachmittag verbrachten wir nur mit einer gemütlichen Tour
durch die Stadt und einem Festmahl der ''Delikatesse'' Santanders
(das Departamento in dem San Gil liegt): Hormigas, zu deutsch
''Ameisen''! Es gibt sie dort als Ohrringe, Ketten,
Schlüsselanhänger, auf T-hirts und Taschen... und in Tüten zum
essen. Sie sind leider auch nicht so klein wie in Deutschland sondern
ordentliche Brummer, aber hart und knusprig wie Erdnüsse und mit
Salz bestreut. Und ja, ich weiß das weil ich auch eine gegessen hab
:), erst habe ich mich standhaft geweigert - um mir dann doch unter
Gänsehaut eine in den Mund zu stecken. Ihr werdet euch hier bald an
einem schönes Video von mir bei diesem zweifelhaften Vergnügen
erfreuen können.
Der Samstag begann dann aber mit einer
ganz anderen Art der Herausforderung - erste unserer drei
Abenteuer-Etappen: die Tour durch die Cueva de la Vaca (die
''Kuh-Höhle'') in Curiti, die ihren Namen auf Grund dem
bedauernswerten Schicksal der Kühe hat, die in den Eingang dieser
Höhle auf ihrer Weide gestürzt sind. Heute gibt es davor ein Tor.
Ausgerüstet mit kurzen Klamotten,
einem Helm mit Stirnlampe und sehr stylischen Wasserschuhen (á la
''das Sams'') ging es unter die Erde, in schlammiges Wasser und
beeindruckende Höhlen. Die Tour an sich lässt sich kaum beschreiben
- man muss sie einfach erleben. Allerdings sollte man sich vorher
genauestens überlegen, ob man sich wirklich da rein wagt. Für Leute
mit Platzangst absolut nicht zu empfehlen, und für Leute die ihren
Kopf nicht gern unter Wasser haben (so wie ich) eigentlich auch
nicht... die erste und größte Herausforderung wartete nämlich
schon in der dritten Höhle auf uns - und ich war dummerweise die
Erste -, tief einatmen, unter Wasser tauchen und ungefähr 5 Sekunden
unter der Felswand hindurch auf die andere Seite tauchen. Nichts
leichter als das - leider und wunderlicherweise wollte sich keiner
freiwillig melden und so trat ich als erste die Unterwasserreise an.
Außer einem blauen Fleck auf dem Nasenrücken habe ich sie hin und
auch zurück gut überstanden :).
Nach einer Dusche aus dem Schlauch um
auch die letzten Schlammflecken hinterm Ohr weg zu bekommen ging es
schon weiter: Paragliding!
| Das bin ich bei der Schraube :) |
Dazu kann man eigentlich nicht viel sagen
- besonders viel Überwindung braucht es gar nicht finde ich, denn
sobald man in die Seile geschnallt und auf den Sitzsack gesetzt wird, kann
man sowieso nichts mehr machen. Und ehe man es sich versieht ist man
in der Luft und hält beim Anblick der Weite unter sich den Atem an.
Sehr beeindruckend!!! Und wer sich traut, bekommt am Ende noch eine
schwindelerregende Schraube - dabei hat es mir dann
doch buchstäblich
den Magen umgedreht.
Sonntagmorgen dann unser letztes
Vorhaben in Richtung Extremsport: Torentismo. Ich weiß dafür leider
kein deutsches Wort, man kann es wohl ''Abseilen an Wasserfällen''
nennen.
Mit dem Bus sind wir nach Charala zur
Cascade de Juan Curi. Nach einem 30minütigen Aufstieg durch einen umwerfenden Dschungel von exotischen Pflanzen, riesigen Bäumen
und Flechten, standen wir plötzlich auf einem weitläufiges Plateau
auf der Hälfte des Wasserfalls vor einem Naturschauspiel, das im
Katalog nicht halb so beeindruckend aussieht... eine Kaskade aus
herabstürzendem Wasser.
Und nach einer sehr kurzen Einführung
bekamen wir mal wieder Helme aufgesetzt, einen Gurt um die Beine und
die Hüfte und einen Handschuh an die linke Hand. Und dann stand ich
schon an der Kante, kletterte über die Seilsicherung und hing
plötzlich an einer fast senkrechten Felswand inmitten spritzendem
Wasser. Der Abstieg dauert, je nach Schnelligkeit des Kletterers,
leider nur 5-10min. Dafür erwarten einen unten traumhafte kleine
Wasserbecken mit Sprudeln und einer Natur wie aus dem Dschungelbuch.
Noch ziemlich durchnässt stiegen wir
am frühen Nachmittag wieder in den Bus zurück nach San Gil. Nach
einer kleinen Verschnaufpause in unserem wunderschönen kleinen
Hostel mit Dusche unter freiem Himmel noch eine letzte Tour nach Barichara,
einem Dorf, das für seine romantische Schönheit bekannt ist. Viele
kleine weiße Häuser, Blumenranken in kräftigem lila und kleine
Läden voller Artesanías... Und wie klein die Welt doch ist, dachten
wir mal wieder als wir beim Kaufen der Bustickets zurück auf eine
andere Gruppe deutscher Jugendliche stießen, die ebenfalls als
Freiwillige in Kolumbien waren – aber es waren nicht nur
''irgendwelche Deutschen'': das eine Mädchen kam auf uns zu und
meinte mit großen Augen ''Sophie???''. Die beiden hatten sich bei
einem Auswahlwochenende von AFS vor gut einem Jahr in Deutschland
getroffen :).
Damit ging unsere Reise leider auch
schon wieder ihrem Ende zu, Montagmorgen stiegen wir wieder in den
Bus und waren am frühen Nachmittag im grauen, nassen Bogotá...
Dabei fällt mir auf, dass ich euch
eigentlich mal einen Alltags-Post schulde – schließlich spielt
sich meine Leben zwischen den Reisen doch auch in dieser Großstadt
hier ab. Dazu mehr wenn ich nächste Woche wiederkomme - aber erst
mal heißt es 5 Tage Amazonas: Dschungel, Schlamm, Mosquitos,
Piranhas- ICH KOMME!!!
Abrazos y Besitos para todos,
que estén bien- Wanda
Abonnieren
Kommentare (Atom)