''Das Geheimnis ist, ohne die Antwort zu leben''

Mittwoch, 29. August 2012

Guten Morgen


Ein neuer Tag ist angebrochen und ich werde mich meinem ersten richtigen Post widmen - am besten fang ich ganz vorn an:
Nach 2 wunderschönen Vorbereitungsseminaren von jeweils 6 Tagen, in denen ich meine MitstreiterInnen kennenlernte und viele Informationen und Gedankenanregungen über Kolumbien und zur kolumbianischen Kultur bekam, begann meine Reise letzten Dienstag, am 21.August. Erste Etappe war der Flug von Berlin nach Frankfurt, wo drei Berliner und ich auf den Rest der Flüchtigen stießen.
Während sich in den letzten Tagen in Halle die Vorfreude auf Neues mit dem Bedauern über das, was ich zurück lassen würde, mischte, war der Abschied vor allem traurig... An dieser Stelle möchte ich mich noch mal für all die lieben Verabschiedungen meiner Familie und meiner Freunde bedanken! Manche direkt, manche schon vor einiger Zeit, manche übers Telefon, manche schriftlich... aber alle haben mir gezeigt, welchen Menschen ich wichtig bin und auch in einem Jahr noch wichtig sein werde. Dankeschön!

In Frankfurt ging es dann auf die wirklich lange Reise: 11 Stunden Direktflug nach Santafé de Bogotá, der Hauptstadt der República de Colombia. Hier sollte unser ''Onarrival-Camp'' stattfinden, eine Art Vorbereitungsseminar vor Ort, geleitet von den Mitarbeitern von AFS Colombia.
Ob man es glaubt oder nicht, 11 Stunden gehen schnell vorbei - und am frühen Abend (Ortszeit) kamen wir hier an, auf 2600 Meter Höhe! Das erste was mir ins Auge fiel: der Verkehr. Es gibt Verkehrsregeln, die aber offensichtlich kaum eingehalten werden- wer sich hier nicht auskennt, ist Rettungslos verloren. Hier fährt einer rasanter als der andere, Blinker werden höchstens zum Abbiegen benutzt. Ich weiß nicht wie es funktioniert, es scheint ein unsichtbares Übereinkommen der Fahrer zu geben; es wird zwar viel gehupt, aber trotz allem funktioniert es. Es sieht aus wie ein geregeltes Chaos. Zwischen den Bussen und Autos kurven Motorradfahrer und Straßenverkäufer spazieren auf der Straße und bieten ihre Ware an den Fenstern der Autos an; neben den Taxis fahren Pferdekarren.
Nach drei Tagen Seminar, in denen noch ein mal ein paar Sicherheitsregeln erläutert wurden und es einen sehr guten Vortrag zur Geschichte Kolumbiens gab, wurden Freitag die ersten Freiwilligen von ihren Familien abgeholt - unter anderem ich! Wenn vorher noch alle sehr entspannt die Sonne genossen, kam plötzlich leise Nervosität auf. Und dann stand ich plötzlich meinem lächelnden Gastvater gegenüber und wurde mit <<Hola Wanda ¿como etás?>> begrüßt (was so viel heißt wie: ''Hallo Wanda, wie geht es dir?''). Es ist hier Standard direkt nach der Begrüßung die Frage nach dem Wohlergehen des Gegenüber einzuschieben – es wird zwar geantwortet, aber es handelt sich mehr um eine Floskel.
Schließlich stieg ich zu meiner Überraschung mit einer anderen Freiwilligen ins Auto- dank ihrem perfekten Spanisch fanden wir schnell heraus, das sie die Gasttochter der Schwester meines Gastvaters war... Angekommen in meinem neuen Zuhause (mit eigenem Zimmer und eigenem Bad!) lernte ich den restlichen Teil meiner Gastfamilie kennen: meine Gastmutter und meine kleine 7 Monate alte Gastschwester. Aber bei dieser beschaulichen Runde bleibt es selten; schon am ersten Abend war die Hälfte der ganzen Familie in unserem Wohnzimmer versammelt. Nach und nach fing ich an die komplexen Familienstrukturen zu verstehen, auch wenn ich nicht behaupten will, dass ich jetzt schon jeder Familie die richtigen Kinder zuordnen kann :). 
Mein Gastvater Jorge mit meiner Gastschwester Sara und meine Gastmutter Johanna.

Der nächste Morgen ließ mir nicht viel Zeit zur Eingewöhnung, mein 19-jähriger Gastcousin und seine Schwester holten mich zu einer Shoppingtour ab. Aber nicht irgendeiner – meiner Gastcousine stand am Abend eine Überraschungsparty zu ihrem 15. Geburtstag bevor. ''El quince'' (der 15.) ist hier ein sehr wichtiger Geburtstag – ein bisschen wie in Deutschland der 18. Nach dem ein Kleid, Schuhe, Ohrringe und eine Kette gekauft waren, ging es in eine ''Peluquería'', wo meiner Gastcousine nicht nur die Haare, sondern auch das Make-Up und die Fingernägel gemacht wurden. Danach blieb mir gerade noch Zeit zum Umziehen, bevor die ganze Familie sich aufmachte zum Restaurant meines Gastvaters, wo die Fiesta stattfinden sollte.
Meine Chicitas und ich.

Neben meinen ganzen kleinen Gastcousinen wurde ich noch vielen weiteren Familienangehörigen vorgestellt... Während die meisten Gesichter in meinem Gedächtnis haften geblieben sind, ist der ein oder andere Name schon entfallen – aber ich werde wohl noch viele Gelegenheiten haben sie mir einzuprägen, denn hier wird viel in der Familie gefeiert. Und zu so einer Feier gehört natürlich Musik und... SALSA!!! Es ist unglaublich, was für einen Hüftschwung schon die ganz Kleinen hier drauf haben und dann erst die Frauen- aus lauter Mitleid wurden mir an diesem Abend schon mehrere Tanzkurse zuteil. Aber nicht nur ihre Tanzkünste offenbarte meine kolumbianische Familie an diesem Abend, sondern auch ihre offene, herzliche Art. Mehr als einmal wurde mir mit einem herzlichen <<¡Bienvenido!>> (''Willkommen!'') Hilfe in allen Notlagen angeboten!
Meine Gastfamilie, das Geburtstagskind Laura und ich.

Mit diesem herzlichen Ankommen in meinem neuen Heimatland will ich diesen Post schließen – mittlerweile ist es 12.00 Uhr Mittags und ich werde mich unter die kalte Dusche wagen; leider wahr, warmes Wasser gibt es in meinem Bad selten :)

Liebe Grüße und hasta luego,
Wanda


Dienstag, 28. August 2012

MAYUMANA

Ihr Lieben- das hier hat mir mein Gastvater heute gezeigt und ich möchte es gern mit euch teilen. Schaut es euch einfach an- ich find es genial.


Wer mehr wissen oder sehen will: http://www.mayumana.com/history.asp

¡Buenos Dias Señoras y Señores!

Guten Tag, Guten Abend! Das hängt ganz davon ab, auf welchem Kontinent ihr euch gerade befindet- während es hier in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, gerade erst 12.00 Uhr Mittags ist, bricht in Deutschland schon der Abend an...
Aber ganz egal wo ihr euch befindet- hiermit möchte ich euch herzlich willkommen heißen in meinem Blog! 

Hier werdet ihr im laufe der nächsten 12 Monate regelmäßig oder auch weniger regelmäßig Lebenszeichen von mir sehen und lesen. Ich nehme euch mit auf eine große Reise, quer über den Atlantik auf einen anderen Kontinent, in ein Land das die meisten nur durch Erzählungen kennen: Kolumbien!

Seid lieb gegrüßt,
Wanda

P.S. Für alle, die sich ähnlich wie ich hier noch nicht wirklich zurechtfinden: In der linken Spalte neben diesem Post findet ihr ein kleines Feld mit dem Namen 'Follow by Mail' - da könnt ihr eure Email-Adresse eintragen und bekommt dann jedesmal Post, wenn sich hier etwas tut!